Odeon-Kino zeigt Tanzgruppen-Dokumentation

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Die erste Session hautnah: „Kölsche Stäänefleejer“ e.V. im Kino

Es war eine einmalige Chance für eine einmalige Video-Dokumentation: Die neu gegründete Kinder- und Jugendtanzgruppe der „Kölschen Stäänefleejer“ in ihrer ersten Session im Kölner Karneval mit der Kamera zu begleiten und ihre Geschichte zu erzählen.

Gegründet von ihrer Leiterin Cassia Kürten, entstand die neue Tanzgruppe aus 28 Kindern und Jugendlichen im Alter von sieben bis 20 Jahren erst im Frühjahr 2018. Zuvor war es nach acht Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen Cassia Kürten und der Karnevalsgesellschaft ihrer bisherigen Tanzgruppe zur Trennung gekommen. Cassia Kürten äußert sich in der fast 70minütigen Dokumentation nur zurückhaltend kritisch über diese Zeit. „Wenn künstlerische Freiheiten durch immer mehr Restriktionen eingeschränkt werden, dann wird es Zeit für einen Neuanfang,“ so Cassia Kürten, die dann schnell wieder optimistisch in Gegenwart und Zukunft blickt. Bei der Familiengesellschaft Kölsche Narren Gilde von 1967 e.V. haben die „Kölsche Stäänefleejer“ eine neue Heimat gefunden, in der sie sich sehr wohl fühlen. „Wir bekommen sehr viel Unterstützung von der KG und das beflügelt uns in unserer Arbeit und in unserem Erfolg“.

Die Szene der Tanzgruppen schien ausgereizt – eine neue Gruppe stieß oft auf kritische Stimmen: Brauchte Köln noch eine weitere Tanzgruppe? Die Antwort gibt der Film, den das Odeon-Kino am Samstag, 28. September 2019 in einer feierlichen Premiere um 12.30 Uhr zeigen wird (Eintritt € 6,00).

Journalist und Kommunikationstrainer Tom Buschardt hat die Tanzgruppe über sieben Monate mit der Kamera begleitet. „Zu Beginn war das nicht immer einfach, weil Cassia die Tänzer im Blick hatte und ich meinen Film“, so Tom Buschardt. „Aber schon nach relativ kurzer Zeit waren die Kinder an die Kamera gewöhnt und haben sie gar nicht mehr beachtet.“ So entstand eine einzigartige Dokumentation aus Tanz, Reportage, Interviews und emotionalen Eindrücken. Dazu gehört auch die redaktionelle Bildsprache des Films: Tom Buschardt arbeitete (auch aus Budget-Gründen) nicht mit Kameraleuten, sondern drehte das Material komplett selbst. Im Saal waren im Einzelfall vor dem Auftritt bis zu sieben Kameras installiert worden. Tom Buschardt übernimmt im Film selbst keine Rolle – auch nicht die eines redaktionellen Off-Sprechers als Erzähler seiner Dokumentation. „Ich erzähle die Geschichte der ‚Stäänefleejer‘ dadurch, daß ich sie durch die Akteure selbst erzählen lasse,“ schildert Tom Buschardt sein redaktionelles Konzept.

Während der siebenmonatigen Dreharbeiten sind unter dem Namen StäänefleejerTV auf YouTube (www.YouTubeFleejer.de) bereits einzelne Reportagen, Portraits und Tanzberichte erschienen. In der Kino-Fassung wird jedoch zu rund 80 Prozent bisher unveröffentlichtes Material genutzt.

Was dem Projekt laut der beiden Verantwortlichen Cassia Kürten und Tom Buschardt gutgetan hat, war die klare Zuständigkeitstrennung: Niemand redete dem anderen in die Arbeit rein. „Ich hätte auch gar nicht die Nerven und die Zeit gehabt, mich darum auch noch zu kümmern,“ sagt Cassia Kürten, die inzwischen mit weiteren neu dazugekommenen Tänzerinnen und Tänzern die Choreografie der nächsten Session einstudiert. Tom Buschardt erinnert sich mit Entsetzen an eine Szene bei den Dreharbeiten: „Ich wußte nicht genau, wie der Ausmarsch geplant war und habe dem ersten Kind mit der Hand ein Zeichen gegeben, links an meiner Handkamera vorbei zu gehen.“ Dummerweise war links auch eine Tür und die „Stäänefleejer“ marschierten dann nicht wie vorgesehen durch den Saal. „Die Nachbesprechung mit Cassia war nicht lustig,“ formuliert Tom Buschardt etwas beschönigend. Aber als Kommunikationstrainer muß er mit schwierigen Themen umgehen können.

Cassia Kürten mag daran nicht mehr denken und blickt zufrieden auf die Zusammenarbeit: „Es war ein Risiko für uns als Tanzgruppe, sich auf dieses Projekt einzulassen – aber es hat sich gelohnt. Hoffentlich nicht nur für uns als ‚Kölsche Stäänefleejer‘, sondern auch für den Tanzsport im Kölner Karneval allgemein.“ Und Tom Buschardt ergänzt: „Ich würde es sehr begrüßen, wenn auch andere Tanzgruppen den Weg mitgehen, den wir mit den ‚Stäänefleejern‘ und der Videoberichterstattung erfolgreich eingeschlagen haben. Letztlich profitieren wir alle davon, wenn Tanz im Karneval nicht zugunsten von Heidewitzka-Darbietungen immer mehr abnimmt“.

 

Event-Kinopremiere

Titel: WENN FLEEJER FLÜGGE WERDEN – Die erste Session der „Kölschen Stäänefleejer“

Autor: Tom Buschardt Länge: 68 Minuten

Genre: Dokumentation/Reportage Jahr: 2018/2019

Produktion: 200 Prozent UG, Rommerskirchen

Premiere: 28. September 2019 | 12.30 Uhr – Odeon-Kino Köln, Severinstraße 81

Schirmherrin Elfi-Scho-Antwerpes (Eröffnung) | Tom Buschardt (Autor)

Moderation: Cassia Kürten Leiterin der „Kölschen Stäänefleejer“ e.V. | Eintritt: € 6,00

70sekündiger Kino-Trailer zum Film unter https://www.youtube.com/watch?v=nJeo6MLauJU

Quelle und Grafik: KölnMedia Medienproduktion

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