Festkomitee: Die soziale Kraft des Karnevals darf auch 2021 nicht fehlen

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Dort, wo in der Session normalerweise 1.300 Jecke ausgelassen feiern, trafen sich gestern Abend rund 100 Präsidentinnen und Präsidenten mit dem Vorstand des Festkomitees Kölner Karneval, um die kommende Session zu besprechen. Dabei sind sich die dem Festkomitee angeschlossenen Gesellschaften in einem Punkt schnell einig geworden: Den Karneval komplett abzusagen ist keine Option.

„Das wäre auch gar nicht möglich: Karneval, das ist nicht eine große Party oder ein großer Zug. Der Karneval in Köln, das sind teils spontane, teils organisierte Feierlichkeiten, die sich über Tage in jeden Winkel dieser Stadt ausbreiten. Wie Weihnachten ist das Fest ein fester Bestandteil des Kalenders”, betont Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval. „Der Karneval findet mit oder ohne uns statt, soviel ist klar. Also schauen wir, wo und wie wir uns einbringen können, um den Menschen ihren Fastelovend zu schenken.”

Klar ist deshalb, daß es auch 2021 ein Kölner Dreigestirn und ein Kinderdreigestirn sowie eine Proklamation und einen Zoch geben wird. „Karneval gibt den Menschen Halt und Hoffnung gerade in Krisensituationen, das haben wir schon in der Vergangenheit oft erlebt”, so Christoph Kuckelkorn. „Er ist in Köln ein ganz starkes verbindendes Element. Diese soziale Kraft brauchen wir gerade schweren Zeiten wie jetzt. Es wäre nach unserem Empfinden ein großer Fehler, dies den Menschen jetzt wegzunehmen.”

Niemand kann aber heute sagen, wie in einigen Monaten die Bestimmungen aussehen, was erlaubt sein wird und was nicht. Das macht die Planung der Session deutlich schwieriger. Das Festkomitee plant deshalb zwei mögliche Varianten – ein Best Case Szenario und ein Worst Case Szenario – und rät auch seinen Vereinen dazu. Alle weiteren Szenarien mit anderen Rahmenbedingungen können dann mit Elementen aus beiden Grundplanungen realisiert werden. Natürlich ist auch Kreativität gefragt, um alternative Formate zu entwickeln.

Christoph Kuckelkorn nannte dazu verschiedene Beispiele, wie etwa den 11. im 11. zurück zu seinem Ursprung am Ostermann-Brunnen zu führen oder das Dreigestirn im kleinen Kreis im Rathaus zu proklamieren und dies im Livestream zu übertragen. „Hier ist sicherlich viel Kreativität von Seiten der Gesellschaften und aller Karnevalisten gefragt. Wir als Interessensvertretung sind bereits in ersten Gesprächen mit Künstleragenturen, Veranstaltern und Saalbetreibern, damit die Rahmenbedingungen umsetzbar sind und auch kleinere Gesellschaften die Krise gut überstehen”, so Christoph Kuckelkorn.

Im Rahmen des Präsidentenabends wurde auch der neue Schlüssel zur Verteilung der Plätze im Rosenmontagszug vorgestellt. Zur Sicherheit der Teilnehmer und Zuschauer sollte der Zug mit Einbruch der Dunkelheit im Ziel sein. Er ist daher auf eine fixe Teilnehmerzahl begrenzt, die nur durch spätere Sonnenuntergänge in manchen Jahren geringfühig variert. Durch wachsende Mitgliederzahlen beim Festkomitee und auch innerhalb mancher Vereine wurde die Verteilung dieser Teilnehmerzahl zunehmend herausfordernder. Der künftige Verteilschlüssel sieht nun eine gerechte Verteilung vor, prozentual abhängig von verschiedenen Parametern wie etwa der Größe und dem Alter der Gesellschaft oder auch der Aktivitäten für den Karneval, die sich an der Höhe der Veranstaltungsabgaben bemessen lassen. Zusätzlich kann sich jede Gesellschaft über ein Bonussystem weitere Teilnahmeplätze sichern, etwa durch die Mitnahme von Tanzgruppen und Musikkapellen oder durch besonders umweltbewußte und nachhaltige Zugprojekte. Das neue System gilt ab Rosenmontag 2022.

Quelle und Grafik: Festkomitee Kölner Karneval von 1823 e.V.

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